Familie – Wertschätzen und Anerkennen

Familie – Wertschätzen und Anerkennen  

Ein stiller Wandel beginnt oft mit einem einzelnen Buchstaben.

In meiner Arbeit mit vielen Männern und Frauen durfte ich erfahren, wie tiefgreifend ein einziger Buchstabe das Miteinander in der Familie beeinflussen kann – vor allem, wenn wir beginnen, ihn bewusst in unser Denken und Handeln einzuladen. Der Buchstabe M, verkörpert durch die sanfte Kraft von Maleika, der Sorglosen, steht sinnbildlich für ein Lebensthema, das uns alle betrifft: das Loslassen von Kontrolle, um Vertrauen und Entfaltung Raum zu geben.  

Besonders in Familien, wo über viele Jahre Nähe und Vertrautheit gewachsen sind, schleichen sich oft unbemerkt Muster ein, die das Miteinander belasten können – ohne dass wir es gleich merken. Respekt, Dankbarkeit und echtes Zuhören werden zur stillen Mangelware. Nicht aus bösem Willen, sondern weil das Selbstverständliche zu selbstverständlich geworden ist.

 

Eine Frau namens Maria teilte mit mir ihre Geschichte:  

Ihr Ehemann holte sich regelmäßig Rat bei ihr – oft mitten im Alltag, während sie gerade beschäftigt war. Sie antwortete, er hörte zu und verschwand wieder. Kein Dankeschön, kein Blick, keine Geste der Anerkennung.  

Nach Jahren war dieses Verhalten für beide zur Normalität geworden. Doch Maria spürte, dass es sie innerlich schmerzte. Erst durch das bewusste Schreiben und Erleben des Buchstabens M wurde ihr klar, wie sehr sie sich in ihrer Rolle übersehen fühlte.  

Sie sprach ihn darauf an – ruhig, aber bestimmt. Zunächst war er überrascht, ja sogar etwas beleidigt. Doch am nächsten Tag sagte er:  

„Es ist gut, dass du schreibst.“  

Ein Satz, der zeigt: Er hatte sie gehört. Und verstanden.

 

Auch in meiner eigenen Familie hat der Buchstabe M m einiges in Bewegung gebracht. Einige unserer Vornamen – in der Familie wie im Freundeskreis – beginnen mit diesem Buchstaben. Wir setzten uns zusammen und jeder sagte: „Ich kontrolliere niemanden. Ich bin doch nicht dominant.“ Doch bei näherem Hinschauen fiel auf: Es gab durchaus kleine Gesten, Worte oder Blicke, die das Gegenteil ausdrückten – subtil, aber wirksam.

 

Ich selbst habe über 120 Tage hinweg täglich mit dem Buchstaben M m gearbeitet – geschrieben, gespürt, hinterfragt. Und mit jeder Wiederholung wurde meine Haltung weicher, mein Blick achtsamer, meine Sprache liebevoller.

Wertschätzung beginnt im Kleinen.

Nicht nur mit großen Worten oder Gesten – sondern mit aufrichtiger Aufmerksamkeit, mit einem Dankeschön, mit dem ehrlichen Interesse am Gegenüber. Besonders in der Familie ist diese Form von Anerkennung ein Geschenk, das wir viel öfter machen dürfen.

Wenn du magst, schreib doch heute einfach mal ein M. Ganz bewusst. Und beobachte, was es in dir bewegt.

Wie erlebst du Wertschätzung in deiner Familie? 

Teile gerne deine Gedanken oder Erfahrungen in den Kommentaren. Ich freue mich auf den Austausch!

Marika Jacqueline Mitterhofer